Nachsuchearbeit in einem Basellandschaftlichen Revier

Bruno Wiederkehr (li) und Frank Hofer mit Anouk von der Königswand (re)
Bruno Wiederkehr (li) und Frank Hofer mit Anouk von der Königswand (re)

Die Regionalgruppe Nordwestschweiz des SSC betreut unter anderem seit Frühherbst eines der schönsten Reviere der Basellandschaft. Für die diversen Bewegungsjagden sind immer zwei Schweisshundegespanne abgestellt.  

Ich durfte nun die ersten beiden Jagden dabei sein.  Am Morgen schon frühzeitig machte ich einen Spaziergang durchs Revier. Am Sammelplatz war mein Hund Anouk nun ganz ausgeglichen. Anouk ist ein junger BGS Rüde im 2. Behang. Wir wurden den anderen Jägern vorgestellt und Instruktionen im Falle eines Fehlschusses wurden vom Jagdleiter durchgegeben:

  • Keine Nachsuchen auf eigene Faust

  •  Nur Verbrechen des Standes, nicht aber des Anschusses (kein Vertrampeln)

  •  Merken des Verhaltens des Stückes 

  • Merken des Fluchtweges

  •  Der Schütze hat gegebenenfalls den Hundeführer entsprechend einzuweisen.

  • Jeder Schuss wird ohne wenn und aber kontrolliert.

Am Vormittag konnte ich selber mitjagen. Ein Geisskitz wurde mir von einem Hund gebracht. Ich konnte nicht schiessen, da es die Schützenlinie kreuzte und später noch mal hochflüchtig vorbeikam. 

Beim Aser wurde klar, dass ein Reh nachgesucht werden musste. Es ist von einem Schützen beschossen worden, lag aber nicht im Feuer. Wir nahmen zuerst den Aser und warteten, dass das Stück nicht aufgemüdet würde. Nach rund 2,5 Std Stehzeit der Fährte liess ich mich durch den Schützen einweisen. Er hatte sich vorbildlich an die Weisungen des Jagdleiters gehalten. Der Hund verwies den Anschuss und saugte an. Es ging den Hang hoch, ein erster Winkel über ein paar umgestürzte Bäume und ein zweiter Winkel. Dann gab mein Hund Anouk plötzlich laut, er hatte 10m vor mir den kranken Rehbock gestellt. Der Hund war 2 Meter vor dem Bock und zur Attacke bereit und ein Schuss war unmöglich anzubringen. Anouk riss den Bock zu Boden und ich eilte dazu um einen Kammerstich zu setzten. Anouk seinerseits biss in den Träger und die Wirbelsäule knackte. Das Tier war tot. 

Eine weitere Nachsuche an diesem Tag gab es nicht mehr und so konnte ich am Nachmittag wieder an der Bewegungsjagd teilnehmen. 

 

 

 

Anouk muss schauen, dass der Bock nicht abhanden kommt
Anouk muss schauen, dass der Bock nicht abhanden kommt

Der zweite Jagdtag brachte mir am Morgen einen Fuchs, der im Feuer liegen blieb. Den nächsten Fuchs lies ich durch. Anouk schaute mich entgeistert an: Wieso lässt Du ihn durch? War seine Frage. Kurz vor Ende des 1. Triebes kam noch ein dritter Fuchs, aber ich nahm die Flinte wiederum runter und enttäuschte ihn nochmals. Nach dem Abhornen brachte er mir den Fuchs und es ging zum Aserplatz. 2 Nachsuchen waren zu machen, die 40 Flinten hatten diszipliniert gejagt. Mein Kollege untersuchte einen Schuss auf Wildsau, der aber eindeutig daneben ging. Es war nichts zu finden ausser dem Kugelriss. Der Schütze hatte unterschossen.

Ich setzte meinen Hund auf die Rehfährte an. Der Jäger hat hier aber entgegen den Anweisungen den Anschuss verbrochen und hatte die Fährte schon einige Meter ausgearbeitet. Wir trafen auf Schweiss am Anschuss. Der Hund nahm eine andere Variante der Fährte als die ausgearbeitete Fährte des Jägers. Der Bock war spitz von vorne beschossen worden, filel und sprang davon, verfolgt von einem Treibhund. Es ging steil nach oben und verschiedentlich verwiess mir Anouk einen Tropfen Schweiss. Der Hund blieb aber genau auf der Fährte und so erhielten wir immer wieder Bestaetigung. Nach ca. 1,5  Std Schweissarbeit musste ich den Hund ablegen und wir machten eine Pause. Anouk trank nochmals einen halben Litter Wasser und beruhigte sich. Es war sehr warm, denn der Föhn blies.  Dann kreuzten wir noch die Fährte einer grossen Rotte Sauen, aber Anouk lies sich nicht beirren. Dann endlich fand Anouk den Bock im Wundbett. Er war bereits tot. Die Freude war übergross, denn hier haben Führer und Hund für den Erfolg hart kämpfen müssen. Zurück blieben ein paar Dornen im Ohr und Handgelenk sowie etliche blaue Flecken und aufgeschlagene Haut. Auch Anouk hat noch ein paar Kratzer.

Grosser Dank gebürt auch den beiden Revierbegleitern, die immer dabei waren.

Die Jagdleitung nahm den Erfolg mit den Worten entgegen: "Du bist ein Schatz* und wir liessen den Abend mit einem gemütlichen Aser ausklingen.


 

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